Aufzugsschacht

Aufzugsschacht mit Etagentüren (© Klaus Steinweg) Aufzugsschacht mit Etagentüren (© Klaus Steinweg)

Schachtabmessungen für Personenaufzüge

Wählen Sie einen Aufzug mit den dazugehörigen Schachtabmessungen zu Beginn Ihrer Planungen!

Viele Anfragen nach einem Aufzug erreichen uns, wenn ein Aufzugsschacht in den Bauplänen bereits eingezeichnet ist. Das ist etwas verwunderlich, denn die Größen und Details von Aufzugsschächten sind keineswegs genormt. Zwar können wir ab einem Schachtquerschnitt von 700 mm x 1.000 mm einen Aufzug einzubauen. Auch die Schachtköpfe und Schachtgruben unserer Aufzüge sind ungewöhnlich klein. Wir können Ihnen also fast immer einen Aufzug anbieten, der mit dem vorgegebenen Raum auskommt. In vielen zugeschickten Plänen ist der Aufzugsschacht jedoch größer, als er für den gewünschten Aufzug sein müsste. Das gilt sowohl für den Schachtquerschnitt als auch für die Schachtgrube und vor allem für den Schachtkopf. Wertvoller Wohn- oder Büroraum wird so verschenkt. Auch der andere Fall kommt vor: der gewünschte oder gar der benötigte Aufzug passt nicht in den vorgesehenen Raum. Dann muss man entweder bezüglich des Aufzugs einen Kompromiss eingehen oder das Gebäude noch einmal umplanen. Beides ist unbefriedigend und gegebenenfalls mit einem hohen Änderungsaufwand verbunden.

Bei der Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes hat man meist keine andere Wahl, als für den vorhandenen Raum einen geeigneten Aufzug zu suchen. In allen anderen Fällen ist es sinnvoller, bereits zu Beginn der Planungen einen Aufzug zu wählen, der die Anforderungen des Gebäudes und Wünsche des Bauherrn erfüllt und dann mit dem dazugehörigen Aufzugsschacht die Gebäudeplanung vorzunehmen.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit scheint es angebracht, die Größe von Aufzugsschächten in drei Kategorien einzuteilen:

1. Aufzugsschacht für kleine Aufzüge für 2 – 5 Personen

Diese Aufzüge werden zumeist gewählt, wenn ein Bestandsgebäude mit einem Aufzug nachgerüstet werden soll und nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht. In die größeren Kabinen passt u.U. auch schon mal ein Rollator oder sogar ein Rollstuhl hinein, die für einen Rollstuhl geforderte Normgröße von 1.000 mm x 1.250 mm wird aber noch nicht erreicht.

  • kleinster Schachtquerschnitt: 700 mm x 1.000 mm (Türseite: 700 mm) oder 1.400 mm x 755 mm (Türseite: 1.400 mm)
  • kürzester Schachtkopf: 2.500 mm (lichter Abstand OKFF der obersten angefahrenen Etage zur Schachtdecke)
  • kleinste Schachtgrube: 350 mm

Hier finden Sie eine Übersicht über Kabinen- und Schachtabmessungen für kleine Aufzüge.

2. Aufzugsschacht für Aufzüge zur Aufnahme eines Rollstuhls

Diese Aufzüge erfüllen die Normanforderung gemäß EN 81-70, Typ 1. Die Kabinen sind mindestens 1.000 mm breit und 1.250 mm tief. Sie ermöglichen barrierefreies Wohnen und werden überwiegend in Privathäusern und kleinen Mehrfamilienhäusern eingesetzt.

  • kleinster Schachtquerschnitt: 1.450 mm x 1.530 mm (B x T)
  • kürzester Schachtkopf: 2.500 mm
  • kleinste Schachtgrube: 350 mm

Hier finden Sie eine Übersicht über Kabinen- und Schachtabmessungen für kleine barrierefreie Aufzüge.

3. Aufzugsschacht für Aufzüge zur Aufnahme eines Rollstuhls plus Begleitperson

Diese Aufzüge erfüllen die Normanforderung gemäß EN 81-70, Typ 2. Die Kabinen sind mindestens 1.100 mm breit und 1.400 mm tief. Sie erfüllen die Anforderungen der DIN 18040 an den barrierefreien Zugang zu Wohnungen und sind die Mindestgröße für öffentlich zugängliche Gebäude.

  • kleinster Schachtquerschnitt: 1.600 mm x 1.700 mm (B x T)
  • kürzester Schachtkopf: 2.600 mm
  • kleinste Schachtgrube: 350 mm

Hier finden Sie eine Übersicht der Abmessungen für Aufzüge und Aufzugsschacht gemäß DIN 18040.

4. Aufzugsschacht für Aufzüge zur Aufnahme einer Krankentrage

Fahrkörbe zur Aufnahme einer Krankentrage müssen eine nutzbare Grundfläche von mindestens 1,10 m x 2,10 m haben; ihre Türen müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben. Siehe z. B. LBO NRW, § 39 Abschnitt 6, wo ein Aufzug mit dieser Kabinengröße für Gebäude mit mehr als fünf Geschossen über der Geländeoberfläche gefordert wird. Für einen solchen Tragenaufzug benötigen wir:

  • kleinster Schachtquerschnitt: 1.600 mm x 2.400 mm (B x T)
  • kürzester Schachtkopf: 2.600 mm
  • kleinste Schachtgrube: 650 mm

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie weitergehende Angaben zu diesen Aufzügen:

DateinameDateigrößeDownloads
Serie 900 Kabinen- und Schachtabmessungen210.1 KiB7932

Anforderungen an Aufzugsschächte

An einen Aufzugsschacht werden eine Vielzahl von Anforderungen gestellt. Offensichtlich ist, dass der Schacht dafür sorgt, dass der Aufzug nicht umfällt, sondern Kabine und Gegengewicht sicher geführt werden. Ebenso offensichtlich ist, dass verhindert sein muss, dass jemand in den Schacht fällt oder von der vorbeifahrenden Kabine oder vom Gegengewicht verletzt wird. Häufig sind Aufzugschächte auch in das Feuerschutzkonzept eines Gebäudes mit einbezogen. Sie dürfen beispielsweise die Ausbreitung eines Feuers von Etage zu Etage nicht begünstigen.

Minimieren Sie Wärmeverluste mit einer automatischen Schachtentrauchung!

Nicht ganz so offensichtlich ist die Anforderung nach einer Lüftungsöffnung im Schachtkopf. Sie soll vor allem der Entrauchung dienen, sollte Rauch in den Schacht eindringen. Normgerecht muss sie mindestens 2,5% der Fahrschachtgrundfläche groß sein, jedoch nicht kleiner als 0,1 m². Das ist schon ein recht großes Loch und damit wird die Öffnung zu einem energetischen Problem: Die auf- und abfahrende Kabine wirkt im Schacht wie eine riesige Luftpumpe. Im Winter saugt sie kalte Luft ein und bläst teuer erwärmte Luft aus dem Gebäude wieder heraus. Im Sommer ist es umgekehrt. Die so unfreiwillig ausgetauschten Luftmengen sind erheblich und die Konsequenzen in den Energierechnungen ansonsten gut isolierter Gebäude durchaus erkennbar. Glücklicherweise ist es erlaubt, diese Öffnungen geschlossen zu halten, sofern sie sich bei Rauchentwicklung im Schacht selbsttätig öffen. Ein solches System kann sich schnell rechnen. Schauen Sie mal z. B. bei Wikipedia unter „Schachtentrauchung„.

Das Gegengewicht wird auf maximale Energieeffizienz ausgelegt (© Klaus Steinweg)

Das Gegengewicht wird an Schienen geführt (© Klaus Steinweg)

Ansonsten gilt prinzipiell, dass sich in einem Aufzugschacht nur Teile befinden dürfen, die zur Aufzuganlage gehören. Wie zum Beispiel das Gegengewicht, das bei elektrischen Seilaufzügen ungefähr das Gewicht der mit halber Nennlast beladenen Kabine kompensiert. Auch wenn es manchmal sehr praktisch wäre, aber als „Kabelkanal“ für sonstige Gebäudeinstallationen – Strom, Gas, Wasser oder was auch immer – darf ein Aufzugsschacht nicht verwendet werden.

Aufzugsschacht mit Beleuchtung für sicheres Arbeiten (© Klaus Steinweg)

Beleuchtung des Schachtes für sicheres Arbeiten (© Klaus Steinweg)

Zu den vielfältigen Anforderungen an einen Aufzugschacht gehört auch die Schachtbeleuchtung. Für Montage- und Wartungszwecke sollen die Monteure nicht auf Handlampen angewiesen sein. Der Schacht muss auf voller Länge ausreichend künstlich beleuchtet werden können. Das ermöglicht nicht nur sicheres Arbeiten. Auch eventuelle Problemstellen fallen bei ausreichender Beleuchtung am ehesten auf und können behoben werden.

Alternativen zum betonierten Aufzugsschacht

Die meisten Aufzüge werden in betonierten oder gemauerten Schächten betrieben. Aber es gibt Alternativen wie das Kloke Schachtsystem aus Aluminiumprofilen mit Glaseinsätzen, das sich z. B. hervorragend für den nachträglichen Einbau eines Aufzugs in das Treppenauge eines bestehenden Gebäudes eignet. Sogenannte „Panoramaaufzüge“, die gern in Hotelhallen, großen Büros oder Einkaufszentren eingesetzt werden haben einen „offenen“ Schacht, an den eine Vielzahl besonderer Anforderungen gestellt werden, um einen sicheren Aufzugsbetrieb zu ermöglichen.

Aufzugsschacht mit Halfenschienen (© Klaus Steinweg)

Aufzugsschacht mit Halfenschienen (© Klaus Steinweg)

In betonierten Schächten werden üblicherweise sogenannte Halfenschienen verwendet, um die Führungen für Aufzug und Gegengewicht mit dem Gebäude zu verbinden. In gemauerten Schächten können die Verankerungskräfte in aller Regel nicht direkt vom Mauerwerk aufgenommen werden. Die Steine würden herausgezogen. In Höhe der benötigten Verankerungen werden daher Betonstürze oder Ringanker eingemauert.