Reduzierter Schachtkopf

Verkürzter Schachtkopf: Serie 900 Kabine mit geöffneter Dachluke (© Klaus Steinweg) Serie 900 Kabine mit Dachluke (© Klaus Steinweg)

Ein reduzierter Schachtkopf, der nur knapp einen halben Meter höher ist als die Kabine – wie geht das?

Früher waren alle Seilaufzüge so konstruiert, dass der Raum, den die Aufzuganlage benötigte, die im obersten Geschoss stehende Kabine noch um mehrere Meter überragte. Dafür gab es zwei Gründe:

  1. Für Montage- und Wartungsaufgaben mussten sich Monteure sicher auf dem Dach der Kabine aufhalten können, ohne Gefahr zu laufen, zwischen Kabine und Schachtdecke eingeklemmt zu werden.
  2. Oberhalb der Schachtdecke befand sich der Maschinenraum, der hoch genug sein muss, dass man sich aufrecht darin bewegen kann.

Für wirkliche Hochhäuser ist dieses Konstruktionsprinzip auch heute noch angemessen. Bei allen anderen Gebäuden kann man auf diesen aufwendigen und kostspieligen Überbau verzichten. Maschinenraumlose Aufzüge (MRL-Aufzüge) sind seit längerer Zeit Stand der Technik. Das eliminiert den Raum oberhalb des Aufzugsschachtes. Aber auch der Raum zwischen Kabinendach und Schachtdecke läßt sich durch ein Bündel von Maßnahmen wirksam verkleinern.

Ein reduzierter Schachtkopf bietet viele Vorteile!

Bei fast allen Kloke Aufzügen der Serien 300, 500, 700 und 900 liegt die minimale Schachtkopfhöhe je nach Ausführung bei geradezu sensationell niedrigen 2.500 oder 2.600 mm über dem Fußboden des obersten angefahrenen Geschosses. So passt der Aufzug bei vielen Gebäuden vollständig unter die oberste Geschossdecke!

Wie ist das möglich?

Glasschacht mit Serie 300 Aufzug: die Kabine füllt den Schacht fast vollständig aus | Referenz - Kloke Aufzüge (© Michael Dedeke, www.fotograf-muenster.de)

Kabinen werden nicht am Dach aufgehängt. (© Michael Dedeke)

Keine Kabine der Aufzugreihen 300, 500, 700 oder 900 ist am Dach aufgehängt. Entweder ist das Tragseil an der Kabinenrückwand befestigt (Serie 300, 500, 700), oder es läuft unter dem Boden der Kabine durch (Serie 900). Das spart entscheidende Zentimeter, da ansonsten auf dem Kabinendach Seilbefestigungen oder Umlenkrollen sowie unter der Schachtdecke oder gar in einem darüber liegenden Maschinenraum weitere Umlenkrollen untergebracht werden müssen.

So werden auf dem Dach der Kabine nur wenige Zentimeter Höhe für den Türantrieb, Sicherheitsschalter und Steuerungstechnik benötigt. Außerdem muss die Kabine für den Fall eines Steuerungsfehlers die oberste Haltestelle noch ein paar Zentimeter überfahren können. In diesem Bereich wird der Antrieb durch Sicherheitsschalter gestoppt.

Mit noch weniger Platz über der Kabine auszukommen, ist fast nicht mehr möglich!

verkürzter Schachtkopf Serie 900 (© Klaus Steinweg)

Keine Umlenkrollen über der Kabine (© Klaus Steinweg)

Die Schachtdecke oberhalb der Aufzugkabine bleibt grundsätzlich frei von irgendwelchen Einbauten und ermöglicht so die maximale Annäherung durch die Kabine.

Bei den Aufzugreihen 500, 700 und 900 ist der Schachtkopf auch frei von Antriebsmotor, Bremse, Umrichter oder irgendwelcher sonstiger Antriebs- oder Steuerungstechnik. All diese Komponenten, die nie geräuschlos arbeiten, sind am unteren Schachtende angebracht. Lärmvermeidung ist besser als jede Form von Lärmbekämpfung! Die Bewohner des obersten Geschosses werden es danken.

Antriebssystem Serie 300 (© Michael Dedeke)

Reduzierter Schachtkopf Serie 300 (© Michael Dedeke)

Lediglich bei der Serie 300 ist der Antrieb im Schachtkopf untergebracht. Selbstverständlich neben dem Fahrweg der Kabine, so dass auch hier keine wertvollen Zentimeter Bauhöhe verschenkt werden und der verkürzte Schachtkopf bei 2.500 mm über OKFF bleiben kann.

Zwar macht die Verwendung eines Antriebsriemens, bei dem die tragenden Stahlseile mit Kunststoff ummantelt sind, diesen Antrieb sowie den gesamten Aufzug ungewöhnlich leise. Das ändert aber nichts an der oben getroffenen Aussage, dass es für die Bewohner der obersten Etage grundsätzlich angenehmer ist, wenn die Antriebs- und Steuerungselemente am unteren Ende des Aufzugs untergebracht sind.

Die Positionierung des Antriebs im Schachtkopf ist bei der Serie 300 dem Ziel geschuldet, auch im kleinstmöglichen Raum noch einen Aufzug unterbringen zu können.

Verkürzter Schachtkopf: Serie 900 Kabine mit geöffneter Dachluke (© Klaus Steinweg)

Kabine mit geöffneter Dachluke (© Klaus Steinweg)

Bleibt noch das Argument, dass die Monteure einen sicheren Arbeitsplatz haben sollen und ein reduzierter Schachtkopf sie bei Annäherung der Kabine an die Schachtdecke nicht gefährden darf.

Bei den Serien 500, 700 und 900 haben wir für dieses Problem eine ebenso simple wie geniale Lösung: mit einem Griff wird die gesamte Kabinendecke in die Kabine abgeklappt. So können die Monteure sowohl die Technik auf dem Kabinendach als auch im Schacht sicher und bequem erreichen, inspizieren und warten.

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